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Mündliche Prüfungstechnik:
(Auszug aus geheimen Anweisungen für konsequente Lehrer)
- Vor dem Beginn der Prüfung machen Sie dem Prüfling
klar, daß seine gesamte Berufslaufbahn von seinem Erfolg abhängen kann.
Betonen Sie die Wichtigkeit der Prüfung. Lassen Sie ihm von Anfang an
keinen Zweifel.
- Geben Sie Ihre schwierigste Frage zuerst. Dies ist
äußerst wichtig. Wenn die erste Frage hinreichend schwierig oder
kompliziert ist, wird er zu verwirrt sein um nachfolgende Fragen zu
beantworten, egal, wie einfach diese auch sein mögen.
- Wenn Sie sich an den Prüfling wenden, seien Sie
reserviert und streng. Im Gegensatz dazu unterhalten Sie sich fröhlich mit
den anderen Prüfern. Ein äußerst wirksames Mittel ist es, zu den anderen
Prüfern witzige Bemerkungen über die Leistungen des Prüflings zu machen
und Kommentare, die so gewählt sind, als ob er gar nicht im Raume anwesend
wäre.
- Lassen Sie ihn jedes Problem auf Ihre Weise
beantworten, besonders wenn Ihre Weise nur für Eingeweihte verständlich
ist. Stellen Sie ihn dauernd unter Druck. Geben Sie bei jeder Frage viele
Einschränkungen und Spezialfälle an. Die Idee dabei ist, ein an sich
einfaches Problem zu komplizieren.
- Wenn sich der Prüfling in einen trivialen Fehler
verrannt hat, dann helfen Sie ihm nicht heraus sondern lassen Sie ihn rätseln.
Wenn er seinen Irrtum erkennt, jedoch knapp bevor er die Möglichkeit hat,
diesen zu erklären, verbessern Sie ihn mit scharfen Worten. Diese Taktik
verlangt ein gewisses Maß an Einfühlungsvermögen und ist nur durch Übung
zu perfektionieren.
- Wenn sich der Prüfling in einer tiefen Klemme
befindet, dann führen Sie ihn nicht heraus. Statt dessen seufzen Sie und
wechseln Sie das Thema.
- Stellen Sie dem Prüfling unfreundliche Frage wie
etwa: "Haben Sie das nicht schon in der Grundschule gelernt?"
oder: "Gestern hab ich das meiner vierjährigen Tochter erklärt, sie
hat es augenblicklich verstanden, und was ist mit Ihnen?"
- Lassen Sie ihn niemals Fragen zur Klärung stellen.
Wiederholen Sie niemals eigene Formulierung des Problems. Befehlen Sie dem
Kandidaten barsch, nicht laut zu denken; was man hören möchte sind
Antworten.
- Alle paar Minuten frage man den Prüfling, warum er
nervös sei. Ätzende Bemerkungen verschärfen die Situation, besonders defätistische
Bemerkungen müssen würdevoll mit einem sarkastischem Unterton vorgetragen
werden. Beispiel: "Sehen Sie den Baum da vor dem Fenster? Seine Blätter
sind grün. Eine Fortsetzung der Prüfung bei roter Blätterfärbung könnte
Ihrer Phantasie bei der Beantwortung der Fragen sicher auf die Sprünge
helfen!"
- Tragen Sie dunkle Sonnenbrillen, das entnervt.
- Setzen Sie sich und die anderen Prüfer so, daß der
Prüfling nicht alle zugleich anblicken kann. Dies ermöglicht es Ihnen, ihn
mit einem vieläugigen Kreuzfeuer einzudecken. Warten Sie, bis sich der Prüfling
abgewendet hat und stellen Sie ihm dann eine Frage. Bei guter Koordination
zwischen den Prüfern kann man den Prüfling einige vollständige Drehungen
in kurzer Zeit ausführen lassen. Bei hohen Rotationsgeschwindigkeiten tritt
ein ähnlicher Effekt wie unter Punkt (2) ein.
- Beendigen Sie die Prüfung, indem Sie dem Prüfling
mitteilen: "Rufen Sie uns nicht an, wir werden Ihnen Bescheid
geben."
Sobald der Prüfling die Tür hinter sich geschlossen hat, lautstark zu
Lachen beginnen! Dies vermittelt dem Prüfling, der es garantiert noch
mitbekommen wird (laut!), das Gefühl des totalen Versagens seinerseits und
gibt ihm vollends den Rest!
Bullshit Bingo
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